Zum Inhalt (ALT-C)
Zur Navigation (ALT-N)
Zur Startseite (ALT-S)

Gemeinde Solnhofen  |  E-Mail: info@solnhofen.de  |  Online: http://www.solnhofen.de

Hans-Jochim Zeidler - Biographie und Schenkung

Hans-Jochim ZeidlerAm 28. November 2004 stiftete Hans-Joachim Zeidler seine 138 Lithographien der Gemeinde Solnhofen. Die Übergabe fand im Atelier des Künstlers in Berlin statt. In seiner Wohnung brauchte man sich nur umzuschauen, um die Neigungen und Quellen des Malers an den Bildern, Büchern und Sammlungen ringsumher abzulesen: Die starke Beziehung zum Meer und den Gezeiten fiel besonders auf, danach die Liebe zu Steinen und Wüsten, Fabeltieren und Kuriositäten, Vulkanen und Katastrophen jeder Art. Die Vitrinen waren wohl geordnet, gefüllt mit Meergetier, römischen Funden, prähistorischen Werk- zeugen und Fossilien.

 

Das Museum besitzt heute das komplette lithografische Lebenswerk des Berliner Künstlers Hans Joachim Zeidler (1935 - 2010). Die Schenkung an die Gemeinde Solnhofen umfasst über die Lithografien hinaus 21 Temperabilder, 12 Strancollagen, 9 Originalskizzenbücher, sämtliche publizierten Kritiken, sämtliche Ausstellungsplakate, sowie Hunderte von Lithografien und kleinen Offsetdrucken.

 

 

Kleine BrückeHans-Jochim Zeidler war der bekannteste Berliner Grafiker des phantastischen Realismus. Jahrgang 1935, geboren in Berlin, fing er bereits mit sechs Jahren an zu zeichnen. Mit vierzehn schrieb er ein erstes Theaterstück, mit sechzehn begann er Grafik zu studieren. Von 1951 bis 1954 lernte er an den beiden Berliner Meisterschulen und an der Hochschule für bildende Künste beim Anatomen Professor Tank. Hans-Joachim Zeidler gehört seit 1972, zusammen mit Günter Grass, Wolfgang Schnurre, Curt Mühlenhaupt und neun anderen Doppelbegabungen zur Gruppe der Berliner Malerpoeten.

 

Als Kriegskind wurde Hans Joachim Zeidler von der Berliner Ruinenlandschaft geprägt. Als Zeidler 1955 im Berliner Haus am Lützowplatz seine erste Ausstellung machte, hatte er seinen bizarr-realistischen Stil bereits entdeckt. Er ging nach Tübingen, arbeitete ein Jahr lang als wissenschaftlicher Zeichner für die Prähistoriker und entwickelte aus Berliner Schrott, Tübinger Fossilien und den erstarrten Lavamassen des Stromboli eine eigene Formenwelt der Erosion und Vergänglichkeit. Danach siedelte er für vier Jahre nach Lausanne über, wo die beginnende Raumfahrt ihn zu Weltraum- und Tiefseebildern anregte, auf denen fantastische Fabelwesen spuken. Über die Stationen in Tübingen und der Schweiz kam er 1960 nach Berlin zurück, wo er seitdem als freier Maler und Sonntagsschriftsteller lebt. Ab 1970 malte er, vor allem in der Bretagne, Fossilien und Steinbilder.

 

Zusammen mit seiner Frau folgten Studienreisen in verschiedene Länder. Von 1955 und 1984 machte er 66 Einzelausstellungen in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Kalifornien. Des Weiteren beteiligte es sich an über 70 Gruppenausstellungen. Das Jahr 1963 verbrachte er auf Ibiza. Ab 1968 brachte er fünf eigene Bücher heraus, und seit 1973 schrieb Zeidler mehrere satirische Sonntagsserien für den Tagesspiegel, die 1975 als "Berliner Spottberichte" publiziert wurden.

 

Bereits im Jahre 1984 umfasste sein Werkkatalog 1800 Öl- und Temperabilder, Aquarelle, Zeichnungen, dazu 220 Illustrationen und 126 Litho-Auflagen mit etwa 12.000 Handdrucken. Sein komplettes lithographisches Lebenswerk umfasst 141 Werke. Bis heute hat Zeidler mehr als 10.000 Lithographiedrucke verkauft. Sammler schätzen seine Werke sehr.

 

drucken nach oben